Möbelmessenzeit: Trends 2017 aus dem Blickwinkel essentieller Wohnformen

Fast zwei Wochen nach meinem Besuch auf der Inter­na­tionalen Möbelmesse in Köln, sind die ersten Ein­drücke ver­ar­beit­et, Fotos sortiert und es wird Zeit Euch über meine High­lights ein paar Zeilen mitzuteilen. Erwartet jet­zt bitte nicht einen kom­plet­ten Rundgang mit allen Trends. Denn davon ist das Net­zt voll. Vielmehr möchte ich Euch mit­nehmen, mal ein biss­chen mehr auf das eigene Gefühl zu hören. Trends für dieses Jahr sind weit­er­hin, dun­kle Far­ben, Pflanzen, soweit das Auge reichen kann und zu mein­er Freude natür­liche Mate­ri­alien. Dass ist alles ein ganz beson­der­er Augen­schmaus und ver­führt sehr dazu sofort die eige­nen vier Wände umzugestal­ten. Ich ertappe mich immer mal wieder dabei, den ein oder anderen Trend nachzuge­hen und in meine Wohn­vi­sion einzubauen. Dass ist mein­er Mei­n­ung nach auch nicht falsch, denn das eigene zu Hause befind­et sich immer in einem steti­gen Wan­del. Zum einen auf­grund ästhetis­ch­er Bedürfnisse, jahreszeitlich­er Momente, aber auch auf­grund verän­dert­er Fam­i­lienkon­stel­la­tio­nen. Aber sich treu bleiben und dabei Authen­tiz­ität im Wohn­raum weilen zu lassen, dass sollte die Basis Eures Wohn­stils sein. In dem Zusam­men­hang sind die Grundgedanken von dem Design­er Todd Bracher, der dieses Jahr “Das Haus” auf der IMM umset­zten durfte, Zuck­er für meine Seele.
Todd Bracher erzählt hier, dass wir unsere tra­di­tionellen Vorstel­lun­gen vom zeit­genös­sis­chen Wohnen hin­ter­fra­gen soll­ten. Vielmehr sollte ein zu Hause Funk­tion­al­ität und Bedürfnisse in einem befriedi­gen und damit eine Unter­stützung im All­t­agsleben darstellen. Ein zu Hause ist ein gesel­liger Ort, daher ste­ht im Zen­trum des von Brachers design­ten Haus­es ein überdi­men­sion­al großer Tisch. Von diesem umgeben ste­hen Regalen, in denen alles zu find­en ist, was im All­t­ag benötigt wird, Geschirr, Lebens­mit­tel, Spielzeug,  Büch­er, Erin­nerungsstücke  usw. Das ist der Ort der Ver­sorgung.   Weg von dem klas­sis­chen 3 — Zim­mer Küche Bad Konzept, spricht Bracher von den drei essen­tiellen Zonen: Ver­sorgung, Erhol­ung und Hygiene. Es geht um die Reduzierung auf das Wesentliche, weg vom Massenkon­sum hin zu einem Wohnkon­strukt von wirk­lich­er, sub­jek­tiv­er Bedeu­tung.
                                                                               DIE DREI ZONEN VON TODD BRACHER

 

Stellt sich nun die Frage, ob das nicht im Wider­spruch zu ein­er Möbelmesse ste­ht, die sich ja ins­beson­dere als Trendmesse sieht und damit propagiert zu kon­sum­ieren. Ich denke nicht, denn vere­inzelt haben es Her­steller auch schon in ihre Neuheit­en mit ein­fließen lassen, den Gedanken der Funk­tion­al­ität zum Beispiel. So hat STRING dieses Jahr neue Regel­bö­den entwick­elt. Klei­der­stan­gen und Hak­en, die an den unteren Böden ange­bracht wer­den, kön­nen nun auch für Küchenuten­silien oder Schmuck­ge­gen­stände genutzt wer­den.

 

 

Die Zone der Erhol­ung hat Todd Bracher als einen schwarzen Raum mit einem großen mon­dar­tig schim­mern­den Papier­ball, konzip­iert. In diesem Ort geht es nicht nur, um das klas­sis­che Schlafz­im­mer, son­dern auch um einen Ort der Erhol­ung, ein Platz für Tagträume. Dass wiederum geht ein­her mit ein­er dif­feren­zierten Möbel­wahl. Also nicht nur ein Bett, son­dern auch z. B. ein Lounge­ses­sel. Wesentlich für mich ist hier jedoch das Lichtkonzept. Und damit will ich einen weit­eren Schritt aus dem Haus in die Möbelmesse gehen: Lam­p­en, mit unter­schiedlichen Funk­tio­nen, Designs und Beleuch­tungsart. Dabei hat mich beson­ders die von dem jun­gen franzö­sis­chen Design Label PETITE FRITURE ent­wor­fene Deck­en­lampe Ver­ti­go beein­druckt. Sie wirft nicht nur ein schönes Schat­ten­spiel an die Wände, son­dern zaubert auch mit ihrer Form einen ganz beson­deren Ort der Ruhe, wie unter ein­er riesi­gen Palme.

 

 

Die dritte Zone des Haus­es von Todd Bracher ist die, der  Hygiene. Sie befind­et sich ausser­halb des Haus­es — Draußen. Wass­er ist ein organ­is­ches Ele­ment und es befind­et sich natür­licher­weise nicht in einem Wohn­raum. Für Bracher ergibt es keinen Sinn, dieses Ele­ment und diese Zone in ein Haus zu holen. Nun ist diese Sit­u­a­tion natür­lich nicht über­all umzuset­zen. Nicht auf­grund der baulichen, son­dern auch der wet­terbe­d­ingten Gegeben­heit­en. Aber Bracher bringt hier einen wichti­gen Aspekt ins Gespräch und zwar den der Natur und damit auch  natür­liche Mate­ri­alien.

Ein Blick auf die Möbelmesse zeigt auch, dass Her­steller sich ver­mehrt natür­lichen Mate­ri­alien zuwen­den.

SKAERRAG hat dabei sehr beein­druckt mit seinem Mate­rialmix.  Beson­ders ästhetisch finde ich die Gefäße aus Ter­rakot­ta. Wichtig­stes Mate­r­i­al des dänis­chen Her­stellers ist natür­lich Holz. Inter­es­san­ter­weise acht­en sie sehr auf Nach­haltigkeit und haben sich bei der Her­stel­lung ihrer Pro­duk­te auf Umwelt­fre­undlichkeit verpflichtet.Aber auch WALTER KNOLL hat in sein­er aktuellen Kollek­tion natür­liche Mate­ri­alien ein­fließen lassen, wie zum Beispiel bei dieser Tis­ch­plat­te aus Onyx­mar­mor.

 

Ein Trend, der hier unbe­d­ingt noch zu erwäh­nen ist: Immer mehr Her­steller leg­en Wert auf Nach­haltigkeit und Qual­ität. So haben wir in unserem Messerundgang, den SoLebIch für uns Blog­ger organ­isiert hat, immer wieder gehört, wie wichtig es den Her­stellern ist, in Deutsch­land zu pro­duzieren. Das finde ich lobens- und erwähnenswert.Das SoLebich Blog­gertr­e­f­fen auf der IMM war ein Freuden­schmaus. Ich habe tolle Blog­gerin­nen wieder getrof­fen und andere ken­nen­gel­ernt. Danke Nicole und Daniel für diesen  wun­der­baren Moment.

5 Kommentare

  1. In diesem Jahr war ich lei­der nicht auf der imm, schön, so einen kleinen Ein­druck bei Dir zu erhaschen!
    Petit Frit­ture hat mir im let­zten Jahr schon gut gefall­en, die Leucht­en, die Du hier zeigst, finde ich auch richtig toll!
    Viele liebe Grüße! Juli­ka

    • Liebe Juli­ka,
      danke Dir. Wir hat­ten einen wirk­lich tollen Rundgang und es war so toll, viele Blog­ger wieder zuse­hen. Machen wir auch nochmal, ne?

  2. Ach Schirin, jet­zt hat­te ich gestern schon einen lan­gen Kom­men­tar unter diesen Artikel geschrieben, aber irgend­wie hat das wieder nicht geklappt.
    Also noch mal in Kurz­form: Super Artikel, toller per­sön­lich­er Ein­blick und auch die Idee vom Wegge­hen vom “nor­malen” Wohnkonzept finde ich sehr gut. Ich habe meinen großen Esstisch auch ins große Zim­mer und das Sofa samt Fernse­her ins kleine Zim­mer ver­frachtet. Das macht alles gemütlich­er.
    Liebe Grüße
    Mar­ileen

    • Liebe Mar­ileen,

      passiert das öfters? Das liegt wohl an Blog­ger, hoffe ich. Danke Dir auf jeden Fall für Deine Worte. Das Haus von Todd Bracher hat mir wirk­lich gefall­en. Der Rest natür­lich auch, aber es geht halt über­wiegend um Kon­sum und da ist es nicht immer leicht nach­haltige Inspi­ra­tion her­auszu­fil­tern.

      Bis ganz bald,
      Schirin

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