Kulisseneinblick: Koúpa

Ein Caféjuwel, welch­es eine unglaubliche Leichtigkeit griechis­ch­er Leben­sphiloso­phie ausstrahlt, gepaart mit lit­er­arischem Know-how und die Kun­st ver­fol­gt mit wenig gutes zu erre­ichen.

 

Das beschreibt nicht nur das kleine Café in der Bre­mer Bahn­hofsvorstadt, son­dern auch ihre char­mante Erfind­erin und Espres­sokün­st­lerin Lisa. Lisa, die eigentlich Ster­gia heißt, kommt aus Griechen­land und mag Gutes und Selb­st­gemacht­es, Tra­di­tionelles und Nach­haltiges. Den Kuchen bere­it­et sie, vor den Augen ihrer Gäste sel­ber zu,  den Espres­so kre­den­zt sie mit ein­er unglaublichen Liebe zum Detail. Wer Lat­te Art mag, der ist hier richtig.
Einen ganzen Vor­mit­tag habe ich hin­ter die Kulis­sen des Koú­pas guck­en dür­fen und ich kann Euch sagen, Vibiemme, die Grand Dame des kleinen Cafés hat es mir beson­ders ange­tan, eine hal­bau­toma­tis­che Sieb­träger­mas­chine, deren Kur­ven und Glanz vor Ästhetik meine ganze Aufmerk­samkeit gewon­nen hat. Ja ich bin ver­liebt, mein Mann mag es mir verzei­hen, doch gegen Hochglanz und zauber­haften Duft im Baris­tastyle, dage­gen ist es schw­er anzukom­men.

 

Aber zurück zum Wesentlichen, das Koú­pa vere­int auf wun­der­volle Weise zwei, eigentlich sog­ar drei ästhetis­che Dinge: unglaublich guten Kaf­fee in einem stil­vollen Inte­ri­or und eine beachtliche Menge guter Lek­türe.
Neben dem lit­er­arischen Bei­w­erk hat Lisa auch Wert darauf gelegt, das Café mit liebevoll und über Jahre gesam­melten Möbeln auszus­tat­ten. So dient zum Beispiel ein Wand­vit­rine aus der Auflö­sung ein­er alten Apotheke zur Auf­be­wahrung der Feinkostar­tikel, die man im Koú­pa auch käu­flich erwer­ben kann.

Koú­pa bedeutet über­set­zt kleine Schüs­sel und in der Tat, ist es im Café unmöglich mit seinem Sitz­nach­bar nicht ins Gespräch zu kom­men. Aber genau das ist das Koú­paflair, welch­es süchtig machen kann. Dass dieses Kaf­feeglück in unser­er Stadt eröffnet hat, lässt hof­fen, hof­fen auf mehr, auf mehr Kaf­feekul­tur, mehr Sinn für urba­nen Lebensstil und nach­haltigem Genuss.

Im Kulis­senein­blick ver­rät Lisa das Geheim­nis von gutem Kaf­fee­genuss und was es brauch, um, ein liebenswertes, urbanes Café mit Großs­tadt­flair und griechis­chen Tugen­den zu eröff­nen.

Wer und was steckt hin­ter dem Koú­pa?

Eigentlich bin ich Bib­lio­thekarin und habe pro­fes­sionell mit Gas­tro nichts zu tun gehabt. Pri­vat dafür aber um so mehr…

Mit 8 bin ich nach Deutsch­land gekom­men. Während mein­er Zeit in Griechen­land habe ich erlebt, dass kochen etwas sehr unmit­tel­bares, naturver­bun­denes und selb­stver­ständlich­es ist. Meine Groß­mut­ter fing schon um 8 damit an, nach­dem Sie vorher schon 3 andere Dinge erledigt hat­te. Eine wichtige Auf­gabe des Tages war somit abgeschlossen, slow food kon­nte ziehen und alle waren Mit­tags glück­lich.

 

In Ham­burg, wo wir später gelebt haben, gab es eine große griechis­che
Com­mu­ni­ty. Es wurde viel organ­isiert und es gab viel zu feiern. Meine Mut­ter und
andere Frauen haben ALLES dafür gekocht und zubere­it­et. Alles schmeck­te
viel­seit­ig und unglaublich leck­er. Alle kon­nten etwas und das was gemacht wurde
kon­nte man so nir­gends kaufen. Damals sowieso nicht. Ich glaube das prägt, mach
es sel­ber, pro­duziere was mit Herz und Freude und es wird schon
gelin­gen…

 

 

Koupa ste­ht auch ein biss­chen dafür. Wörtlich heißt das kleine Schüs­sel und die kann ja auch vieles bein­hal­ten. Von Wass­er, etwas wär­men­dem, oder gar als Syn­onym für Gemütlichkeit und Wärme. Wenig und gut, ist bei uns so ein schönes Sprich­wort, so unge­fähr.
Als Bib­lio­thekarin ist die Präsenz von Lek­türe eine Selb­stver­ständlichkeit. Auch für unsere kleinen Gäste! Ein klein­er Junge muss jedes Mal Zer­al­das Riese anschauen vorher geht gar nichts, was für ein schönes Rit­u­al denke ich dann…

Dein Kaf­fee ist momen­tan mit der Beste, den ich in Bre­men serviert bekom­men habe. Ver­rätst Du uns Dein Geheim­nis?
Was den Kaf­fee ange­ht, freut mich das sehr! Ulrich Car­roux hat viel
Erfahrung was Kaf­feerös­tung ange­ht. Sein Kaf­fee schmeckt ein­fach unglaublich
gut. Ich kann nichts anderes mehr trinken. Er ver­sorgt viele Cafes in HH und
ander­swo. Das beson­dere ist: Der Kaf­fee wird bei Bestel­lung geröstet ver­pack und
sofort ver­schickt. Und das von jeman­den der was davon ver­ste­ht und eine tolle
Mis­chung über Jahre her­aus­gear­beit­et hat (Fein­schmeck­er­preis Dez. 2015 für den
besten Espres­so in HH). Es gibt so keine lan­gen Ver­trieb­swege und
Wartezeit­en im Regal. Man weiss ja nicht wie lange so etwas da ste­ht.

 

Die Müh­le spielt auch eine große Rolle. Sie mahlt jedes mal ein frisches
Pro­dukt, frisch­er gehts nicht. Der Wasser­fil­ter leis­tet natür­lich auch seinen
Beitrag.
Es ist erst­mal die Qual­ität und Frische der Pro­duk­te auf die es
ankommt. Die Kaf­fezu­bere­itung beste­ht aus vie­len feinen Nauan­cen, da lernt man
jeden Tag aufs neue und kann immer etwas verbessern.
Für Dich ist Qual­ität und Nach­haltigkeit beson­ders wichtig. Wie set­zt Du das im Koú­pa um?
Die Suche nach guten Pro­duk­ten, pro­duziert von Men­schen die was davon
ver­ste­hen.… Bei Kaf­fee gilt das ganz beson­ders, einem so uni­versellem Pro­dukt
wo Han­dar­beit einen wesentlichen Anteil aus­macht und wo viele Men­schen dabei
schw­er arbeit­en müssen. Ich ver­traue dem Röster der sich der Arbeit ver­schrieben hat,
ein ehrlich­es leck­eres Pro­dukt daraus zu machen. Dieses Pro­dukt möchte ich so
gut ich kann zubere­it­en, und die Arbeit der­er würdi­gen ohne die
es nicht gehen würde.

 

Nach­haltig heisst aber auch kleine über­schaubare
Men­gen herzustellen, die frisch ver­braucht wer­den. Was weg ist, ist eben weg. Es
gibt dafür aber anderes, was sich gut hält und später sog­ar bess­er schmeckt. Das
ist für mich nach­haltig. 

Was ist Dein Lieblingsküch­lein und wo hast Du so gut back­en gel­ernt?
Unsere Gäste im Cafe, auch die kleinen, lieben die Schoko-Him­beer Küch­lein. Samtig schoko­ladig und saftig im Geschmack. Wenn sie nicht da sind wird nach Ihnen gefragt. Das Rezept inter­essiert auch viele! Ich habe die schon mal mit zwei Geschwis­terkindern aus Koupas Nach­barschft gemein­sam geback­en. Die Mäd­chen 8 Jahre alt, lieben die und woll­ten sehen wie das geht. Ich kon­nte nicht nein sagen und es hat großen Spaß gemacht, sie durften dann auch welche mit nach Hause nehmen. Gerne wer­den sie auch für Geburt­stage bestellt. Ich mag sie auch sehr gerne…

Das mit dem Back­en hat sich irgend­wie ergeben. Es gab eine Lücke zuhause was das ange­ht. Wir mocht­en süßes und so durfte ich vieles aus­pro­bieren. Mit meinen Schul­fre­undin­nen haben wir uns oft zum back­en verabre­det. Eine hat mir dann ein Back­buch geschenkt, das war so ein Moment wo das Inter­esse immer größer wurde. Meine Mut­ter kon­nte sehr gut mit Teig umge­hen und hat­te ein Gefühl dafür. Das ist glaube ich wichtig neben dem Rezept. Wie sieht etwas aus, was hat es für eine Kon­sis­tenz wie riecht es wenn es bald fer­tig ist.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag im Koú­pa aus?

Ein per­fek­ter Tag im Koupa, begin­nt mit einem Kaf­fee, vor­bere­it­en und
back­en. Gäste kom­men und gehen, sind zufrieden wenn Sie das find­en was Sie
suchen und ich noch zufrieden­er. Zwis­chen durch mal wieder Kaf­fee oder
griechis­chen Bergtee kurz abschal­ten und eine gute Zeitung lesen. Wenn kleine
Gäste kom­men freut mich das ganz beson­ders.
Wie wichtig ist Dir eine ästhetische Lade­nausstat­tung?
Eine ästhetis­che Lade­nausstat­tung ist sehr wichtig. Ein Raum wird so
gewürdigt und respek­tiert find ich. Zumal wenn er schon lange existiert und eine
lange Geschichte hat. Du machst dir Gedanken, wie
das
was du darin umset­zt, möglichst authen­tisch machen kannst. Ich werde oft
gefragt, ob wir nicht auch was warmes zum Essen anbi­eten kön­nen. Das gibt der
Raum aber nicht her. Dafür riecht es nach Kaf­fee und geschmolzen­er
Schoko­lade.
Immer­hin
haben wir eine veg­e­tarische Gemüse­tarte mit Feta, für den Hunger
zwis­chen­durch.

 



Woher nimmst Du Deine Inspi­ra­tion für Dein Café?
Die
Inspi­ra­tion kommt durch Reisen, Gesprächen mit Besitzern ander­er  tollen
Cafes die nicht alles mögliche auf der Karte haben und trotz­dem oder vielle­icht
ger­ade deswe­gen ein gutes Konzept durch­set­zen.
Es
gibt erst mal so eine Grundin­spi­ra­tion und die wird langsam aus­ge­baut. Es gibt
so tolle Blogs und Mag­a­zine wo man sam­meln kann, dass ist sehr
bere­ich­ernd.
Aber ohne Kon­ti­nu­ität, Qual­ität und Gemütlichkeit geht es nicht. Es muss
dabei authen­tisch sein.

 

Was schätzt Du an Bre­men und welch­es ist Dein lieb­ster Ort?
Bre­men ist ein Ort, der alles bietet was man von ein­er Großs­tadt erwartet,
ohne  zu über­fordern. Du kannst mor­gens abgeschieden im Block­land sein und
dir Abends eine wun­der­bare Oper anhören. Die Stadt ist irgend­wie auch
durchgängig in ihren Quartieren, vieles geht ineinan­der über. Das ist glaube ich
keine Selb­stver­ständlichkeit. Kinder kön­nen hier gut aufwach­sen und find­en sich
woan­ders später ganz gut zu recht.
Mein lieb­ster Ort ist der kleine Botanis­che Garten in der  botan­i­ca.
Die Kräuterpflanzen und anderen Gewächse duften und strahlen im Nord­deutschen
Licht.

Ich bin da sehr gerne.

 

Koú­pa
Auss­er der Schleifmüh­le 5
28203 Bre­men
Tel.:0421–24467505
www.koupa.de
Von dien­stags bis fre­itags von 09.00 bis 17.00 Uhr hat das Koú­pa geöffnet, geht hin, pro­biert es aus, kommt ins Gespräch, und geniesst das Flair.

 

3 Kommentare

  1. wir sind mit der Fir­ma Auss­er der Schleifmüh­le gezo­gen. Dieser wirk­lich kleine Laden ist soooo toll! Der Kaf­fee ist großar­tig, die kleinen Gebäck­teilchen (süss oder salzig) sind leck­er. Der gesamte Laden (sry, aber im Som­mer mit draussen sitzen noch schön­er) ist so liebevoll und ECHT. Kein Schnösel, ein­fach gut! Danke für diesen Ein­blick. Kol­le­gin holt grad einen Lat­te Mac­chi­a­to.

    • Hej Niels, da benei­de ich Dich aber. So kannst Du ja jeden Tag einen guten Kaf­fee trinken. Ich finde nach wie vor, dass Lisa mit den besten Kaf­fee der ganzen Stadt verkauft. Grüß sie doch bitte von mir, ich hoffe ich schaffe es bald mal wieder vor­bei zu schauen.
      Sei lieb gegrüßt
      Schirin

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